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Diesmal: Provozieren und Frech sein

Sind wir nicht alle kleine Selbstdarsteller? – "Ich doch nicht," wirst Du jetzt sagen, "ich bin doch Punkrocker und mach bei der Gesellschaft und dem ganzen Theater nicht mit." Weit gefehlt. Punks sind überhaupt keine solchen Outlaws, wie sie immer vorgeben. Im Gegenteil. Das merkt man schon an Äußerlichkeiten. Wieviele Punker sind bemüht, eine möglichst originelle, individuelle Punkeruniform und -frisur zu stylen? Du würdest das natürlich nur für Dich selbst machen, was die anderen von Dir denken, sei Dir scheißegal, könntest Du einwerfen. Dann kannst Du aber nicht provozieren - eine der Lieblingsbeschäftigungen der Punker. Einem erfolgreichen Punker darf es gerade nicht egal sein, was andere von ihm denken. Er muß vielmehr darauf erpicht sein, auf die Meinung, die andere von ihm haben, Einfluß zu nehmen, sie zu manipulieren.

Es genügt nicht, einfach so gegen Gesetze zu verstoßen, weil einem das im Einzelfall besser gefällt oder angenehmer ist. Das tun nämlich Temposünder und Steuerhinterzieher auch. Es geht vielmehr darum, heilige Kühe zu schlachten. Sich im fließenden Verkehr plötzlich an Tempolimits zu halten, ist weitaus provokanter, als zu schnell zu fahren. Es provoziert nämlich (Licht-)Hupkonzerte, zu dichtes Auffahren, riskante Überholmanöver der anderen Verkehrsteilnehmer und eine Menge einfallsreicher Beleidigungen. Wenn Du als Punkrocker Credibility erlangen willst, mußt Du also herausfinden, wo die heiligen Kühe der Gesellschaft sind. "Freie Fahrt für freie Bürger" war nur ein Beispiel von vielen. Ein anderer empfindlicher Punkt der Deutschen ist ihre mehr als unrühmliche Vergangenheit. Deshalb darf das Stay Wild ja auch Hundefreundfotos veröffentlichen. Deshalb dürfen sich Punks untereinander mit "Sieg Heil!" begrüßen. Deshalb dürfen sie auch ein Sid Vicious-like Hakenkreuz-T-Shirt tragen. Natürlich nur, solange sie echten Faschisten keine Chance geben. Wenn Horst, Tom, Stefan usw. beim Blümchenkonzert den Hitlergruß zeigen, dann ist das Punkrock. Wenn sie das im Bierzelt, wo es von Faschos nur so wimmelt, auch tun (was sie nicht getan haben, daß wir uns verstehen), dann ist das kein Punkrock mehr, sondern im besten Fall opportunistisch und feige.

Der Verstoß gegen die Sekundärtugenden (Pünktlichkeit, Sauberkeit, Gehorsam usw.) funktioniert auch oft. Wenn Du z.B. mal zum Bund einberufen wirst, mußt Du nur eine halbe Stunde zu spät zum Apell kommen, stinken wie zwei alte Fischsemmeln und Dich über die Befehle des Spieß lustig machen - schon hast Du Deine Vorgesetzten so sehr provoziert, daß Du keinen Wochenendausgang mehr bekommst. Es ist eigentlich nicht schwer, aufzufallen und dabei Mißfallen zu ernten. Was ist den Bürgern peinlich? Beispielsweise, wenn ihre heimliche Alkoholsucht bekannt wird. Also ist sich der Punker nicht zu schade, in aller Öffentlichkeit Bier zu trinken und auch deutlich betrunken zu sein. Und zwar nicht nur im Ausland (Mallorca), wo man sich mit dem Sonnenstich quasi Narrenfreiheit zugezogen hat, sondern bei uns daheim, an den Brunnen, Marktplätzen und Bahnhöfen. Und statt scheinheilige Öko-Betroffenheit zu zelebrieren, greift der Punker zur Weißblechdose, die dann zum Schrecken der Fremdenverkehrsbeauftragten auch dann noch das Stadtbild verschandeln, wenn die Punker nach erfolgreicher Provokation entfernt wurden. Ungewaschen irgendwo rumzugammeln oder aus eigener Alkoholsucht schon um 8:00 Uhr früh gezwungen zu sein, dem Stehausschank einen ersten Besuch abzustatten, ist allerdings die einfallsloseste Art der Provokation.

Du strebst bestimmt nach höherem. Damit hat es ja eigentlich angefangen. Nach Frieden, Liebe und selbstverwirklichungsgefälligem Karma suchende Hippies haben aus Versehen in der Gesellschaft angeeckt. Lange Haare! Bunte Schlabberkleidung! Barfuß latschen! Ein Skandal für die damaligen Bürger. Aber nicht als solcher gedacht. Die Harmoniebedürftigen Hippies (Abk.: HH, oder kryptischer: 88) hätten es lieber gehabt, wenn sie erstens von ausnahmslos allen akzeptiert und gemocht worden wären, und wenn zweitens alle so werden würden wie sie. Wäre das nicht ein wundervoll friedliches Leben? Hat ja auch im Endeffekt geklappt. Außer ein paar Nazis (und uns Punkern natürlich, hahaha) stört es seit langem niemanden mehr, wenn auch Männer lange Haare und Batikklamotten tragen.

Die ersten Punks, die in der zweiten Hälfte der 70er Jahre auftauchten und anders waren als alle davor, wollten provozieren. Sie wollten nicht gefallen. Sie wollten häßlich sein. In der Musik ist es ihnen gelungen, Rock'n'Roll gefährlich und kaputt zu machen. Und in der Outfitfrage mußten sie eskalieren. Nur nicht genauso auszusehen wie der eigene Vater, das genügt einfach nicht. Man muß sich schon ein bißchen anstrengen, um abstoßend zu wirken. Anfangs hat es genügt, ein zwei Löcher in das Hemd zu schneiden, das Jackett schief zu knöpfen, die Haare asymetrisch abstehen zu lassen und (für die damals ganz krassen) etwas Schminke um die Augen zu schmieren.

Dann kamen die 80er Jahre. Die Eskalation mußte weitergehen. Denn der Bürger gewöhnt sich an alles und will erneut geschockt werden. Jetzt mußte es schon ein Nietenkaiseroutfit mit Irokesenschnitt und Springerstiefeln sein. Als auch flächendeckendes Tätowieren niemanden mehr schockte, war das Provokationsmittel Outfit out.

Wie Du aus Geschichtsbüchern und von Zeitzeugenberichten weißt, kam als nächstes die Gewalt. Die war zwar eigentlich schon immer da, aber mit den Chaostagen kam es zur finalen Explosion. Das war gewissermaßen eine geschichtliche Notwendigkeit, determiniert in der rebellischen Psyche der Punkrocker. Aber genug von gestern. Der durchschnittliche 08/15-Punk ist ein Individualist. Es kommt ihm bei der Provokation der Gesellschaft auf sich selbst an - deswegen traut er sich auch allein in vollem Ornat auf die Straße, im Gegensatz zu den meisten Faschos. Und dabei gibt es immer wieder Punks, die sich so richtig anstrengen, möglichst heftig rüberzukommen. Vielleicht bist Du auch so ein Superpunker Deluxe®. Einer, der genau weiß, wo es der Gesellschaft weh tut, wenn er seinen Stachel reinsteckt. Einer, der auch immer mehr Haß auf die Gesellschaft bekommt. Einer, der so seine Skrupel verliert. Der aber – wegen seiner ausgeprägten Individualität – nicht wie die militanten Weltverbessererhippies in den anonymen Terroristenuntergrund gehen kann. Vielleicht bist Du also einer, der offen und ohne Scham oder Reue totale Anmache und Provokation lebt. Ein guter Typ, um es kurz zu sagen. GG Allin, das alte Arschloch, war so einer.

Dann genügt reiner Absturz und im Pennerpunktum versiffen nicht mehr. So erntet man nicht die erwünschte Empörung (außer vielleicht ein paar Opas, die einen ins Arbeitslager wünschen), sondern allenfalls oberflächliches Mitleid. Beginnen wir also da, wo es dem Bürger am meisten weh tut: beim Geldbeutel. Natürlich ist es Müll, einfach Geldbörsen oder Handtaschen zu klauen. Das kann jeder und ist nur unwesentlich anders als das geschäftliche Gebahren eines Kapitalisten. Nein! Es genügt meistens, den Leuten das Gefühl zu geben, man hätte sie beklaut. Also nicht nur öffentlich Saufen, sondern dabei noch ein Schild aufstellen: "Finanziert vom Steuerzahler!" Wetten, daß sich alle empören und aufregen? Es dauert keine halbe Stunde und die Bullen sind da wegen einer nicht angemeldeten Demonstration. Keine Angst: Es ist keine Demonstration. Und wenn doch, dann sagt ihr den Bullen einfach als erstes "Grüß Gott Herr Kommissar, hiermit möchte ich eine Spontandemonstration zum Thema Arschkrebs anmelden" oder irgendsowas. Schon ist die Demo angemeldet. Feiglinge und so können sich natürlich vorher genau informieren, was erlaubt ist und was nicht (immer empfehlenswert). Schilder werden gelesen, auch wenn die Leute manchmal so tun, als würden sie sie nicht beachten.

Das selbe gilt fürs Schwarzfahren. Ich will natürlich nicht zum Schwarzfahren auffordern, weil ich als Student ja immer mit Monatskarte unterwegs und damit bei Kontrollen fein heraus bin, aber wer sowieso schwarz fährt, sollte den Kontrolleuren und vor allem den herumsitzenden Bürgern nicht die Genugtuung machen, sich zu schämen, wenn man erwischt wird. Denn wenn man erwischt wird, muß man die 60,– DM zahlen, ob man zerknirscht ist oder nicht. Alle braven Tarifzahler sehen es gerne, wie sehr sich Schwarzfahrer über die Strafe ärgern. Und sie ärgern sich, wenn der erwischte Übeltäter die Kontrolleure auslacht: "Na, daß ihr mich auch mal erwischt! Es lohnt sich ja wirklich, schwarz zu fahren! Alle zwei Jahre 60 Mark, da wäre ich ja blöd, wenn ich eine Karte kaufen würde!" Und mit diesen Worten zahlst Du das erhöhte Beförderungsentgelt. Vielleicht legst Du noch 5 Mark drauf mit den Worten "Zahlt eh das Sozialamt."

Das ist auf Dauer teuer, und wer sich zu oft erwischen läßt, muß auch mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, aber mit etwas Glück kannst Du Dir das Strafezahlen, dem Du in diesem Moment eh nicht entkommst, mit den säuerlichen Mienen aller anderen Anwesenden versüßen. Nie vergessen: Sauer macht lustig, vor allem, wenn die anderen sauer sind. Wer für seine Gags nicht sein eigenes Geld ausgeben will, kann sich auf die alte Pennerpunktradition des Schnorrens verlagern. Wenn eine Horde Punks und Sifftypen auf einmal auf einen armen Passanten einstürmen, ist das aber eher peinlich und zeigt die Feigheit der vielen. Lustiger ist es, allein Leute anzuquatschen. Dabei schön freundlich wirken, bis man das Geld hat. Denn total weinerlich zu sein, ist unter unserer Würde, und aggressives Auftreten bedeutet meistens, daß man entweder leer ausgeht oder einen Raubüberfall begangen hat. Beides ist nicht wünschenswert. Wie kann man aber provozieren, wenn man so brav und freundlich bleibt wie der Spendensammler des BRK? Indem man dasselbe wie der BRK macht, nämlich das Geld sinnlos verprasst. Und zwar erstens wirklich völlig sinnlos und zweitens so, daß der Spender das auch garantiert mitbekommt. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt, aber mein Fave ist es, das Geld (zur Zeit liegt der Tarif etwa bei zwei Mark, so gleichen sich die Schnorrer an die Einführung des Euro an), sofort in einen Gulli zu werfen, um gleich nochmal um eine edle Spende zu bitten. Wieder ganz freundlich. Ha, wie können sich mitleidige Menschen, die Euch eigentlich mal eine lauwarme Mahlzeit mitfinanzieren wollten, über sowas aufregen! Genaugenommen macht der BRK nichts anderes. Was man Dir geschenkt hat, damit kannst Du ja tun, was Du willst, möchte man meinen. Das finden die, die Dir was schenken aber meistens nicht. Ohne daß sie aber etwas anderes tun können außer vor Wut zu schnauben ob dieser Frechheit. Wer übrigens echt schnorren muß, weil er so eine arme Sau ist, kann ja eine Plastiktüte in den Gulli hängen, wenn nicht wie bei den meisten Abflüssen eh ein Eimer drinhängt, der genau für solche Fälle gedacht ist. Man muß nur mit einem Magnet einen halben Meter in den Gulli hineinfischen. Probiert es vorher aus, dann kriegt ihr Geld und Spaß!

In München gibt es sowas nicht, aber in anderen Städten mit U-Bahn kommt es oft vor, daß Hippies in den U-Bahn-Waggons leistungsbezogen schnorren. Also für das geschnorrte Geld eine Vorleistung z.B. in Form eines mittelmäßig unterhaltsamen Flötenspiels erbringen. Kommt für unsereins natürlich überhaupt nicht in Frage! Wir sind nämlich keine Hippies. Aber warum sollten wir nicht trotzdem eine künstlerische Vorstellung in der U-Bahn abliefern? Ich meine jetzt nicht, was Du sofort gedacht hast. Reiner Vandalismus wie Scheiben einschlagen oder Anarchie-As sprühen ist nämlich strafbar. Ein richtiges Theaterstück ist viel lustiger. Es braucht aber auch eine gewisse Vorbereitung und sollte vorher mehrmals unter Ausschluß der Öffentlichkeit geübt werden. Denkt Euch selber was aus. Ein Vorschlag wäre z.B., daß einer bereits eine Station vorher einsteigt. Er ist ganz normal gekleidet, nichts erinnert an Punkrock oder so.

Aber er ist deutlich körperlich behindert. D.h., er hinkt, hebt die Arme in so einem komischen Winkel an, sabbert und grunzt. Vielleicht spricht er sogar irgendwelche Fahrgäste lallend an. Nicht betrunken wirken! Alkoholfahne ist bei diesem Manöver total verboten, sonst funktionierts nicht. Der gefakte Behinderte muß bemitleidenswert sein. Und angebotene Sitzplätze mit Hinweis darauf, daß er dann nicht mehr gescheit aufstehen kann, ablehnen. Denn in der nächsten Station steigen ein oder zwei Punker ein. (Mit Skins kommts übrigens dreimal so realistisch und brutal). In Wirklichkeit sind das natürlich die Kumpels des falschen Krüppels. In der U-Bahn weiß das aber niemand. Alle werden schauen, da der Behindi durch sein Auftreten schon eine gewisse Aufmerksamkeit erzeugt hat. Und was machen die Punks mit dem armen Krüppel? Sie schlagen ihn zusammen, nachdem sie ihn verhöhnt und rumgeschubst haben. Der Behinderte fällt zu Boden und wird nochmal gescheit in Bauch und Eier gestiefelt. Das ist auch der Grund, weshalb das vorher wirklich oft geübt werden muß. Ihr sollt Eurem Kumpel ja nicht wirklich weh tun. Am besten ist es, wenn Ihr eine fundierte Kampfsportausbildung habt und sowieso zusammen trainiert. Dann ist es mehr so Routine. Keine Angst, niemand wird eingreifen. Alle schauen weg, sehen aber in Wirklichkeit alles. Der inzwischen brave Ruf der Punks wird gleich ziemlich mies gemacht, vielleicht stehts am nächsten Tag sogar in der Zeitung. Die einzige Gefahr, die besteht, ist, daß ihr angezeigt werdet. Die Bullen kennen Euch garantiert schon und finden schnell raus, wer diesen Behindi verdroschen hat. Wenn auch das Opfer keine Anzeige erstattet (wirklich nicht?), so kann es doch zu Unannehmlichkeiten kommen. Vortäuschung einer Straftat ist ja auch irgendwie strafbar. Dem ganzen kann man entkommen, wenn man die Situation dann auflöst, der Behinderte also danach aufsteht und plötzlich überhaupt nicht mehr behindert ist. Dann wird für jeden klar, daß die drei zusammengehören und keine echte Schlägerei im Gange war. Wer immer noch Angst hat, angezeigt werden zu können, kann ja herumgehen und die Leute persönlich fragen, warum sie nicht eingegriffen hätten. "Wir sind von der Bürgerinitiative Greif Ein e.V. und testen in einer Versuchsreihe die Zivilcourage der Bürger dieser Stadt. Traurig, sowas!" Jetzt haben alle Leute noch zusätzlich ein schlechtes Gewissen und werden sich hüten, Dich anzuzeigen. Denn es stimmt: Warum haben sie nicht eingegriffen? Und die ganz feigen können sich zu siebt zusammentun und tatsächlich so einen Verein gründen und eintragen lassen, falls mal ein Zivibulle im Zug mitfährt und doch eingreift und danach eine Erklärung haben will.

Wem das zu stressig ist, vorbereitungsmässig, kann einfach so durch die U-Bahn schlendern und Leute, die besonders spießig aussehen, peinliche Fragen stellen wie: "Haben sie AIDS? Haben sie auch DVU gewählt? Haben sie gestern aufgehört, Ihre Frau zu schlagen, Ja oder Nein?" Bei der letzten Frage ist es wichtig, auf entweder "Ja" oder "Nein" zu bestehen (warum wohl?). Wie alles, das Spaß macht, kann Dir auch das verboten werden, wegen Belästigung oder so.

Überhaupt, die Straftaten. Gegen jeden von uns wurde schon das eine oder andere mal ermittelt, und es ist jedesmal unangenehm, auch wenn sich irgendwann eine gewisse Routine einschleicht. Es ist ziemlich dumm, einfach so und öffentlich Straftaten zu begehen. Also Finger weg davon! Sonst wirst Du allzuleicht selbst das Opfer, und zwar das von Polizei und Justiz. Notbremsen ziehen, Scheiben einschmeißen, Sprüche sprühen, faule Eier während des Glockspiels auf die Touristen am Marienplatz werfen, gefakte Strafbefehle (Du weißt ja, wie sowas aussieht) an unliebsame Nachbarn schicken und Amok laufen sind lauter provokante und lustige Zeitvertreibe, die aber allesamt verboten sind. Die Bullen und Richter warten nur darauf, Dir irgendsowas anhängen zu können. Und das ist dann gar nicht mehr lustig. Mir wäre es das nicht wert, wegen sowas dann in der Ettstraße verdroschen zu werden. Vielleicht wirst Du sogar abgehört. Kann nicht sein? Wirklich nicht? Bestimmt haben sie Dich schon mal wegen BtmG drangehabt. Wenn Du jetzt mit einem (eingeweihten) Kumpel telefonierst und Dich nur einmal "versprichst" und mit ihm ausmachst "am Mittwoch bring ich dir am Fischbrunnen die 20g Kokain mit," dann wird er Dich anherrschen "über sowas redet man am Telefon nicht!" – "Äh, ich mein natürlich ich bring Dir die Schulhefte mit. Also bis um halb sieben." Wenn Ihr Euch um halb sieben trefft und Du ihm ein kleines Päckchen gibst, dann merkst Du am Ausbleiben der Bullen, daß Du doch nicht abgehört wurdest. Falls schon: Im Päckchen ist nur in Zellophan eingepacktes Mehl, weil Dein Kumpel einen Kuchen backen wollte. Naja, so eine Verarsche fliegt meist schnell auf. Die Bullen wären ja dumm, wenn sie darauf reinfallen würden. Die kommen nur, wenn Du wirklich was dabei hast. Aber das hast Du ja nie...

Wer übrigens meint, wieder zwingend eskalieren zu müssen und zur Gewalt greift, ist meistens ein Feigling. Wir sollten es den Faschos überlassen, Schwächere anzugreifen. Wir machen sowas nicht. Und stärkere greifen wir auch nicht an, wir sind ja nicht lebensmüde. Überhaupt sind wir in Wirklichkeit ganz brav. Oder?

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